NEU: Traumatisch erlebte Geburt und psychische Folgen: Geburtsbezogene PTBS erkennen und verstehen
Forschung aus der Universität Lausanne (UNIL) und dem Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV) zeigt, dass rund ein Drittel der Frauen eine Geburt als traumatisch erlebt und einige davon längerfristige Stresssymptome entwickeln können – inklusive unwillkürlichen, intensiven und belastenden Wiedererinnerungen (sogenannten Flashbacks), die über Monate bestehen bleiben. Betroffene Frauen erleben wiederholt die Wahrnehmung von Lebensgefahr für sich selbst oder das Baby, belastende Bilder von medizinischen Notfallmassnahmen sowie starke körperliche Reaktionen, die mit diesen visuellen Erinnerungen verknüpft sind. „Die Bilder und Szenen der Geburt lassen mich nicht mehr los.“ berichten betroffene Frauen. Traumatisch erlebte Geburten können bei Eltern intensive Stressreaktionen bis hin zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auslösen.
Referent:in
Prof. Antje Horsch ist klinische Psychologin und Professorin am Institut universitaire de formation et de recherche en soins (IUFRS) der Universität Lausanne (UniL) sowie Forschungswissenschaftlerin am Universitätsspital Lausanne (CHUV). Zudem leitet sie die Lausanne Perinatal Research Group. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Auswirkungen von Stress und Trauma in der Peripartalzeit auf die psychische Gesundheit von Eltern und Kindern sowie auf die Entwicklung früher Interventionen. Zudem ist sie Präsidentin der International Society of Reproductive and Infant Psychology und Vorsitzende der Swiss Perinatal Research Special Interest Group. Prof. Antje Horsch hat über 160 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und zahlreiche Nachwuchsforschende in der Schweiz betreut.
