
Donnerstag, 29. Oktober 2026
Mutter werden und sich trotzdem nicht glücklich fühlen: Das erleben viel mehr Frauen, als man denkt. Rund jede fünfte Frau in der Schweiz ist rund um die Geburt von einer Depression, einer anderen psychischen Erkrankung oder einem Trauma betroffen. Viele Fälle bleiben unerkannt.
In Folge 73 des Podcasts «Herztöne» des Schweizerischen Hebammenverbands (SHV) gibt Rebecca Caflisch Einblick in ihre Arbeit. Sie ist seit 20 Jahren auf der Mutter-Kind-Abteilung im Spital Affoltern tätig und leitet die Station heute. Sie erzählt von bewegenden Geschichten von Müttern, die in einer schweren psychischen Krise auf der Station Hilfe gefunden haben. Gemeinsam mit ihren Kindern bis drei Jahre leben sie dort vorübergehend und werden umfassend begleitet. Besonders wertvoll ist für viele Mütter der Austausch untereinander, wie sie betont: Zu erleben, dass es anderen ähnlich geht, entlaste und schenke Verbundenheit.
Auch Hebammen wirken auf der Station mit. Die Abteilung ist Praktikumsort für Bachelorstudierende Hebamme der ZHAW. Hebammenstudentin Mia Grünberg erzählt von ihrem Praktikum und spricht offen über die Kluft zwischen der Erwartung, als junge Mutter immer glücklich zu sein, und der Realität. So sammeln angehende Hebammen schon in der Ausbildung Erfahrung mit psychischen Erkrankungen rund um die Geburt und erkennen später früher, wenn eine Mutter Unterstützung braucht.
Am Ende erzählt Rebecca Caflisch noch, dass sich viele der ehemaligen Patientinnen heute bei uns engagieren. Sie tragen dazu bei, das Stigma zu reduzieren und den Zugang zu fachlicher Hilfe zu verbessern. Vielen Dank für diese schönen und anerkennenden Worte und an alle, die ihre Erfahrung bei uns einbringen und damit anderen Familien Mut machen.
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Mutter-Kind-Abteilung Spital Affoltern: ambulant, tagesklinisch, stationär