


Es ist ganz normal, sich während der Schwangerschaft Sorgen zu machen und sich gelegentlich ängstlich oder unsicher zu fühlen. Eine Schwangere übernimmt eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sich selbst besonders gut zu sorgen, da in ihrem Körper neues Leben entsteht und heranwächst.
In dieser Zeit gibt es zahlreiche Empfehlungen: Gewisses mehr zu tun, auf anderes klar zu verzichten. Auch das Wissen über die erhöhte Fehlgeburtsrate in den ersten Monaten kann Verlustängste auslösen – insbesondere, wenn bereits eigene oder nahestehende Erfahrungen damit gemacht wurden.
Dennoch gibt es einen klaren Unterschied zwischen normalen Sorgen in der Schwangerschaft und Ängsten, die ein klinisch relevantes Ausmass erreichen. Von einer Angststörung spricht man, wenn die Ängste überhand nehmen, schwer kontrollierbar sind und die alltägliche Lebensführung beeinträchtigen. Zu den Angststörungen zählen die generalisierte Angststörung, Panikstörung, Agoraphobie sowie soziale und spezifische Phobien. Solche Störungen können in der Schwangerschaft erstmals auftreten oder sich verschlechtern, wenn sie bereits zuvor bestanden haben.
Neben diesen diagnostizierbaren Störungen leiden viele Schwangere auch unter unterschwelligen, aber dennoch klinisch relevanten Ängsten – den sogenannten schwangerschaftsbezogenen Ängsten. Darüber berichten wir am Ende des Artikels.
*Stand: Frühling 2026
Vorstandsmitglied & Psychotherapeutin Praxis «Familie entsteht»