


Das eigene Baby nach der Geburt im Arm zu halten, es zu versorgen, seine Signale zu deuten und herauszufinden, was es beim Weinen benötigt – all das gehört zu den neuen, verantwortungsvollen Aufgaben frischgebackener Eltern. Diese intensive Bindung und die grosse Abhängigkeit des Kindes führen oft zu Sorgen und Ängsten.
Ein gewisses Mass an Unsicherheit und erhöhter Wachsamkeit ist in dieser Lebensphase normal – und aus evolutionärer Sicht sogar vorteilhaft: Die gesteigerte Aufmerksamkeit unterstützt den Schutz und die Versorgung des Neugeborenen.
Bei manchen Müttern nehmen diese Ängste jedoch überhand. Sie sind nicht mehr bloss flüchtige Gedanken oder Momentaufnahmen von Sorge, sondern entwickeln sich zu anhaltenden Angstzuständen, die viel Zeit und Energie in Anspruch nehmen. Die Inhalte dieser Ängste können irrational und/ oder übersteigert sein.
Wenn solche Ängste das tägliche Leben spürbar beeinträchtigen – sei es im Familienalltag, im sozialen Leben oder in der Selbstfürsorge – und innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt auftreten, spricht man von einer postpartalen Angsterkrankung. Zu den Angsterkrankungen werden die Panikstörung, verschiedene Formen von Phobien und die generalisierte Angststörung (kurz: GAS) gezählt.
*Stand: Frühling 2026
Vorstandsmitglied & Psychotherapeutin Praxis «Familie entsteht»