
Monday, 2 November 2026
Nach einer kräftezehrenden Geburt fand Claire kaum Schlaf. Es folgten Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit. Die Hebamme vermutete eine postpartale Depression, doch Claire spürte, dass etwas anderes dahintersteckte. Im Notfall wurde sie zunächst auf eine Schwangerschaftsvergiftung untersucht. Nach mehreren Spitalwechseln kam sie auf eine psychiatrische Station, wo sie behandelt wurde, ohne dass ihre Situation als frischgebackene Mutter berücksichtigt wurde.
Claires Geschichte auf Blue News lesen
Die postpartale Psychose ist selten, aber ernst: Eine bis zwei von tausend Müttern erkranken daran. Typisch sind ein plötzlicher Beginn in den ersten Wochen nach der Geburt sowie Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
Claires Geschichte zeigt, wie entscheidend eine frühzeitige Erkennung ist. Eine postpartale Psychose ist ein psychiatrischer Notfall. Wird sie rasch erkannt und richtig behandelt, klingen die akuten Symptome meist gut ab, und Mutter und Kind können die Bindung zueinander aufbauen. Bleibt sie unerkannt, verlieren Familien wertvolle Zeit, in der sie Hilfe gebraucht hätten. Damit das gelingt, braucht es Fachpersonen, die die Anzeichen kennen und wissen, wohin sie Betroffene weiterleiten können: Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen, Notfallteams und Fachpersonen der Psychiatrie.
Aufgrund des aktuellen Interesses am Thema bieten wir 2027 zwei weitere Termine unserer Online-Fortbildung zur postpartalen Psychose an:
Fachpersonen Psychiatrie und Psychotherapie: «Psychiatrischer Notfall: Psychotische Frauen nach der Geburt», 11. März 2027
Fachpersonen der frühen Kindheit und Elternschaft: «Desorientierung und Wahnvorstellung: Frauen in postpartalen Psychosen», 18. März 2027