
dimanche 30 août 2026
In unserer Arbeit mit betroffenen Eltern und Fachpersonen erleben wir jeden Tag, wie dringend ein einfacher und schneller Zugang zu Psychotherapie benötigt wird.
Die Motion 26.4067 würde eine zusätzliche Hürde schaffen: Künftig soll vor Beginn einer psychologischen Psychotherapie eine gesicherte psychische Diagnose durch eine Psychiater:in vorliegen. Das bedeutet nicht nur einen zusätzlichen Schritt – sondern zusätzliche Wartezeit. Denn die Realität sieht bereits heute so aus:
viel zu wenig Therapieplätze: Betroffene erhalten Absagen oder müssen lange auf einen passenden Psychotherapieplatz warten.
Bereits heute klare Zugangsvoraussetzungen: Bei einer Behandlung über die Grundversicherung braucht es eine ärztliche Anordnung durch eine dazu berechtigte Fachperson (z.B. Hausärzt:in). Dabei werden unter anderem Verdacht auf eine psychische Erkrankung, Leidensdruck und Behandlungsbedürftigkeit eingeschätzt.
Diagnostik ist Teil der psychotherapeutischen Arbeit: Eine diagnostische Einschätzung und differenzierte Diagnostik finden im therapeutischen Prozess statt und setzen Zeit, Vertrauen und eine tragfähige therapeutische Beziehung voraus.
Zusätzliche Hürden treffen besonders vulnerable Menschen: Wer psychisch stabiler ist, kann eher einen zusätzlichen Termin organisieren, warten und sich durch verschiedene Anlaufstellen bewegen. Wer hingegen akut belastet, erschöpft, stark angstgeplagt oder sozial überfordert ist, hat möglicherweise gerade nicht die Kraft dazu. Je höher die Hürde, desto stärker trifft sie diejenigen, die am wenigsten Kraft haben, sie zu überwinden.
Zeitverlust ist klinisch relevant: Je länger eine notwendige Behandlung auf sich warten lässt, desto eher können sich Symptome verstärken, neue Beschwerden hinzukommen oder Verläufe chronifizieren. Schwerere Verläufe können wiederum längere und aufwändigere Behandlungen erfordern.
Als Anlaufstelle, die täglich Psychotherapieplätze vermittelt, setzen wir uns für einen schnellen, niederschwelligen und fachlich abgestützten Zugang zu Psychotherapie ein.
Unterschreiben Sie jetzt die Petition und fordern Sie den Nationalrat auf, den Zugang zur Psychotherapie nicht weiter zu erschweren.